Förderschulen sollen abgeschafft werden

Bis 2019 sollen nach den Plänen von der Landesregierung in Brandenburg Förderschulen abgebaut und Inklusionsschulen neu aufgebaut werden.

Inklusionsschulen sind Schulen, die ein gleichberechtigtes Lernen als Ziel haben. Das Schulsystem der Förderschule soll dabei in die Grundschule integriert werden. Ob dies umzusetzen sei, welche Kosten ein Umbau nach sich trägt und wie Lehrer und Schüler darauf reagieren, dies wird derzeit heftig zwischen CDU und Schulrat des Landes diskutiert.

Die Lehrer an den Förderschulen sehen die Pläne des Landes eher kritisch, wie die Leiterin der Förderschule für schwer Lernende in Rathenow mitteilt: „Es werden keine Sonderpädagogen mehr ausgebildet, an den Grundschulen fehlen Lehrer für den regulären Unterricht.“ Förderschüler konnten bis dato an Grundschulen erneut aufgenommen werden. „Wir haben mit Schülern, die zu uns aus Grundschulen zurückgekommen sind zwei Klassen aufgemacht. Es war sehr mühsam diesen Schülern wieder ein Selbstwertgefühl zu vermitteln.“, so die Schulleiterin weiter.

Video: Inklusionsschulen

Das Problem: Schüler, die eine sonderpädagogische Betreuung benötigen, können zumeist dem Lernstoff einer regulären Grundschule nicht in dem Tempo folgen, wie es an Grundschulen üblich ist. Demnach sei es sehr schwierig, Förderschüler und Grundschüler gemeinsam in einer Klasse zu unterrichten.

Ebenso differenziert ist der Lehrplan: Grundschüler müssen laut Lehrplan bis zur 3. Klasse bis zur Zahl 1.000 rechnen können, Sonderschüler hingegen nur bis zur Zahl 100. Dies ist ein gewaltiger Unterschied, der den Lehrern Kopfzerbrechen bereitet. Eine Vielzahl der Lehrkräfte steht den Plänen der Regierung somit sehr kritisch gegenüber.

Doch in drei Monaten soll das Gesetz schon auf den Weg zur Veröffentlichung und Umsetzung gebracht werden. Die Kosten, die damit verbunden sind, reichen bis in die Millionenhöhe. Aufzüge müssen in Schulgebäude eingebaut und Toiletten umgebaut werden. Dies allein macht schon eine beträchtliche Summe von etwa 1 Million Euro aus.

Lehrer und Experten fordern angesichts der enormen Kosten sowie der Ungleichheit in den Lehrplänen zwischen Förderschüler und Grundschüler, statt einer Zusammenlegung von Grund- und Förderschulen, einen Abschluss für Förderschüler einzuführen. Somit könnten Schüler von sonderpädagogischen Einrichtungen ganz regulär einen Schulabschluss erwerben.

Quelle: maerkischeallgemeine.de

Siehe auch:

Schulen nehmen auch behinderte Kinder auf

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